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0+255

Gruppenausstellungen

 

 

0+255Bonn

 

05.10.  Eröffnung | 18-21 h

 

Thomas Hawranke

Karwath+Todisko

Andrea van Reimersdahl

Maximillian Siegenbruk

Vanja Vukovic

 

06.10 –  26.10.2019

Künstlerforum Bonn

Hochstadenring 22

53119 Bonn

Di – Fr 15-18 h

Sa 14-17 h

So 11-17 h

 

0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
Graumalerei, Installation, 0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019
Graumalerei, Installation, 0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019
0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
0+255Bonn, Künstlerforum Bonn, 2019, Ausstellungsansicht
Konzept

0 ist der RGB Farbwert für die Farbe Schwarz und 255 ist der RGB Farbwert für die Farbe Weiß

 

Karwath+Todisko und Andrea van Reimersdahl sind eingeladen die Gruppenausstellung 0+255Bonn mit der Idee zu kuratieren, Positionen von Künstler*innen zusammenzufassen, die sich in Ihrer Arbeitsweise aus verschiedenen Gründen auf den Gebrauch der Farben Schwarz und Weiß beschränken. Der Titel der Ausstellung verweist dabei auf einen digitalen Farbraum, der schon lange für die Kunstproduktion und unseren Alltag selbstverständlich ist. Künstler*innen können seit alters ihre Sichtweise verändern und die Welt von der Farbe abstrahieren.

Schwarz und Weiß im Spannungsfeld von Zwei- und Dreidimensionalität zeigt Karwath+Todisko in der kinetischen Arbeit „Faltenwurf“. Aluminiumflächen wechseln ihre Erscheinung in der Drehbewegung von flächig zu räumlich und von hell zu dunkel. Der Faltenwurf ist hier ironischerweise eher kontrolliert–mathematisch umgesetzt, statt erwartungsgemäß zufällig–organisch. Vanja Vukovics Arbeit „This is not a love song“ verweist auf Ereignisse aus der Vergangenheit. Die Portrait-Serie zeigt Personen, die sich an ihre erste Demo erinnern. Die unterschiedlichen Erlebnisse aus verschiedenen Zeiten werden durch schwarz-weiß Fotografien in eine zeitlose Allgemeingültigkeit übertragen. Der schwarze Hintergrund lenkt den Fokus auf den Ausdruck, der zwischen Intimität und Öffentlichkeit changiert. Durch den Verzicht auf Farbe treibt Maximilian Siegenbruk in seiner Malerei die Naturdarstellung in Richtung Abstraktion. In seiner Werkreihe „Idylle“ ermöglicht ihm das Medium Kohle eine spontane Arbeitsweise, mit der er eine chaotisch-bedrückende Erscheinung der Natur erzeugt. Thomas Hawranke ist ein Medienkünstler, der sich mit den Auswirkungen von Technologie auf die Gesellschaft beschäftigt. In der Videoarbeit „Shadows: ULTRA“ zeigt er in unterschiedlichen Einstellungen eine Überlagerung von Schatten von Tieren aus Computerspielen. Der Hell-Dunkel-Kontrast ist ein Sinnbild für andere Gegensatzpaare, wie analog–digital oder real–fiktional. Wenn Schwarz und Weiß als Farben statisch sind, bedeuten Grauwerte für Andrea van Reimersdahl, Dynamik und Bewegung. Die Installation „Graumalerei“ besteht aus transparentem, textilem Material. Wie eine Membran, wird es als biaxial gespannte Flächen mit Gummiseilen in den Blick des Betrachters installiert. Die Bildfläche entfaltet sich zum räumlichen Erkunden.

Mit den Themen Mensch, Tier, Natur, Raum und Bewegung, dargestellt in Schwarz, Weiß und den unbunten Abstufungen, lädt die Ausstellung den Betrachter ein seine visuelle Wahrnehmung zu überdenken.

 

Mit freundlicher Unterstützung vom Künstlerforum Bonn.

Die Gruppenausstellungen 0+255 werden von Andrea van Reimersdahl mit der Idee kuratiert, Positionen zeitgenössischer Künstler*innen zusammenzufassen, die sich programmatisch auf die Verwendung von Schwarz, Weiß und ihre unbunten Abstufungen fokussieren. Weitere Ausstellungsprojekte folgen.

Konzept

0+255

 

Meinblau Projektraum e.V.

01.03. – 17.03.2019

 

Kanako Ishii

Mareike Jacobi

Karwath+Todisko

Katja Kollowa

Christian Meyer

Virginie Mosse

Katja Pudor

Andrea van Reimersdahl

Richard Schütz

Marc Soisson

Performance von

Karen Linnenkohl

 

Christinenstrasse 18/19

10119 Berlin

Do bis So 14 – 19 h

Text zur Ausstellung von Natalia Raaben zur Ausstellung im Projektraum Meinblau e.V., März 2019

 

0+255

Der Ausstellungstitel nimmt eine Zahlenchiffre für die Farben Schwarz und Weiß aus der RGB-Farbpalette auf, in der jede von vielen Millionen Farbtönen mit einer eigenen Nummer versehen ist. Die digitalen Farbnuancen, mit denen unsere Wahrnehmung beim täglichen Blick auf Bildschirme von Smartphones und Computern konfrontiert ist und die sich durch einen Mausklick oder eine Fingerwisch nach Belieben verändern und manipulieren lassen, sind schier grenzenlos. Einen Kontrapunkt zu der Farbfülle und -intensität der omnipräsenten Bilder setzten künstlerische Positionen, denen die dezidierte Farbreduktion eigen ist. Zwischen den Gegenpolen Schwarz und Weiß entfaltet sich das künstlerische Spannungsfeld, in dem die Palette der Grauschattierungen ausgelotet wird.

Der Verzicht auf Farbe spielte in der Kunstgeschichte von Beginn an immer wieder eine zentrale Rolle, wie bereits der römische Schriftsteller Plinius d.Ä. schreibt. Laut ihm geht die Malerei aus einem monochromen Bild hervor, einem Schattenumriss, den eine junge Frau aus Korinth bei der Verabschiedung von ihrem Geliebten zeichnet, um seine Silhouette für immer festzuhalten.

Eine Intensivierung der differenzierten Behandlung von Licht und Schatten geschah in der Grisaille-Technik der mittelalterlichen Malerei, die einen zurückhaltenden, spirituellen Gegenentwurf zur polychromen Profanität darstellte. In der raffinierten Licht- und Schattenwirkung vermittelte sich die Kunstfertigkeit, durch subtile Abstufungen, einen Tiefenraum zu suggerieren und Figuren größere Plastizität zu verleihen, so dass diese bisweilen als Imitationen von Skulptur galten. Ein wechselseitiges Zusammenspiel mit anderen Kunstgattungen ist der monochromen Gestaltungsweise seit jeher inhärent, als beliebte Technik zur Nachahmung von Bildhauerei, Druckgraphik, Fotografie und Film und ferner als ideale Inspirationsquelle für Vorstudien, die den Entstehungsprozess von Skulpturen, Gemälden und Graphiken begleiten.

In den Bildwelten des Chiaroscuro, der Renaissance- und Barockmalerei führt die betonte monochrome Kontrastierung neben einer akzentuierten Modellierung der Formen zu einer elaborierten Lichtdramaturgie, die eine dramatischen Aufladung und Zuspitzung der Aussage eines Bildsujets bewirkt.

Ausgehend von der Schwarzweißfotografie, die bis in die 1960er Jahre als schöngeistige und ernsthafte Antagonistin zu der im Dienste der Werbung stehenden kommerziellen Farbfotografie galt, steht monochrome Malerei bis heute für das Wesentliche und Intellektuelle. Der Verzicht auf Farbe verschiebt die Aufmerksamkeit auf die subtilen Übergänge der Tonwerte, Grauschattierungen und Texturen, deren Wirkung insbesondere in der abstrakten Kunst neue Sinngehalte erschließt. In der Faszination für Monochromie zeigt sich ein unablässiges künstlerisches Interesse, die Sehgewohnheiten unserer farbaffinen Wahrnehmung zu hinterfragen.

Die Herauslösung des gegensätzlichen Paares Schwarz und Weiß intendiert eine Linie von den künstlerischen Wirklichkeiten zu dem turbulenten Puls unserer Gegenwart, in der die gesellschaftlichen und politischen Diskurse von polarisierenden Tendenzen beeinflusst sind, die Zwischentöne hingegen unterzugehen zu scheinen, vergleichbar mit Grauwerten, die bei zunehmendem Kontrast in den Hintergrund treten.

 

 

Die Ausstellung wurde gefördert durch das Bezirksamt Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur, FB Kunst und Kultur, die Hans und Charlotte Krull Stiftung und durch die Botschaft des Großherzogtums Luxemburg in Deutschland.

0+255 Ausstellungsansicht Meinblau Projektraum 2019
0+255 Ausstellungsansicht Meinblau Projektraum 2019
0+255, Performance Karen Linnenkohl, Meinblau Projektraum, 2019
0+255, Performance Karen Linnenkohl, Meinblau Projektraum, 2019
0+255 Ausstellungsansicht Meinblau Projektraum 2019
0+255 Ausstellungsansicht Meinblau Projektraum 2019
0+255 Ausstellungsansicht Meinblau Projektraum 2019
0+255 Ausstellungsansicht Meinblau Projektraum 2019